„Wertschätzung für Traditionen, offen für die Zukunft“

AWO-Kreiskonferenz wählt neuen Vorstand und will den Mitgliederverband stärken

Foto: Der neue AWO-Kreisvorstand mit Andreas Rödel (Bildmitte), Günter Lange, Günter Pieper, Klaus-Ulrich Pustlauk, Regina Buschkamp, Günter Busse, Petra Butzke, Rolf Kleinedöpke, Gertrud Robbes und Kreisgeschäftsführerin Gisela Kucknat sowie den Gästen Stefan Schwartze (MdB), Angela Lück (MdL), Landrat Jürgen Müller und Frank Olivier (AWO OWL).

Der AWO-Kreisverband Herford hat einen neuen Vorsitzenden: Andreas Rödel (67) aus Herford. Er tritt damit die Nachfolge des verstorbenen, langjährigen Vorsitzenden Norbert Wellmann an. Außerdem wählten die Delegierten den Gesamtvorstand, forderten eine strukturelle Verbandserneuerung, den Ausbau der offenen Ganztagsbetreuung (OGS) und die Stärkung von pflegenden Angehörigen.

Knapp zwei Stunden tagte die AWO-Kreiskonferenz mit den Delegierten aus allen Ortsvereinen im Ballsaal des ehemaligen Herforder Offizierskasinos. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen war diese Kreiskonferenz zwar nur verhältnismäßig kurz, aber trotzdem traditionell sozial-kämpferisch.

„Wir sind eine starke AWO, und das ist auch gut so“, sagte Andreas Rödel, der zuvor mit überwältigender Mehrheit von den Delegierten zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt wurde. Der 67-jährige Rentner ist seit Anfang der 1980er Jahre bei der AWO aktiv: ehrenamtlich wie auch hauptamtlich im Kreisverband und später im Bezirksverband.

Darüber hinaus ist er kulturell und politisch engagiert. In seiner Heimatstadt Herford ist er Mitglied im Stadtrat und zweiter stellvertretender Bürgermeister. „Mit Geduld, Mut und Leidenschaft“ will er sich nach eigener Aussage der Aufgabe als AWO-Kreisvorsitzender widmen. In den kommenden Wochen möchte er zunächst alle AWO-Einrichtungen und Mitarbeitende persönlich kennenlernen.

Von derzeit rund 2170 AWO-Mitgliedern im Kreis Herford sind etwa 300 Frauen und Männer in den Ortsvereinen und im Kreisverband ehrenamtlich aktiv. Außerdem beschäftigt der Kreisverband 192 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 13 junge Leute im Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) sowie zwei Auszubildende in 25 Einrichtungen und Dienste, wie zum Beispiel Offenen Ganztagsgruppen für Schüler, Senioren-Tagespflegen und Essen auf Rädern.

Unter dem Motto „Wertschätzung für Traditionen, offen für Zukunft“ hat die Kreiskonferenz einstimmig den Kreisvorstand beauftragt, zukunftssichere Organisationsmodelle und neue Formen der Einbindung von Ehrenamt zu entwerfen. Das Ziel ist, auch weiterhin ein starker, sozialer Wohlfahrtsverband vor Ort sein.

Außerdem wurde von Herford aus der AWO-Bezirksverband OWL gebeten, sich beim Land NRW und beim Bund dafür einzusetzen, den Ausbau der Ganztagsbetreuung zu intensivieren. „Ein zügiger und umfassender Ausbau der OGS-Kapazitäten in räumlicher und finanzieller Hinsicht ist vor dem Hintergrund steigender Kinderzahlen und auch in Vorbereitung des geplanten Rechtsanspruchs zwingend“, hieß es in der Begründung. Im mündlichen Geschäftsbericht hatte Kreisgeschäftsführerin Gisela Kucknat bereits mit Blick auf den angekündigten Rechtsanspruch die Forderung formuliert, die guten Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule zu erhalten und zu gestalten.

Auch die Unterstützung pflegender Angehöriger erhielt ein einstimmiges Votum. Demnach wird die Bundesregierung aufgefordert, frühzeitig konkrete Entlastungsangebote anzubieten, pflegende Angehörige von überflüssiger Bürokratie zu entlasten und niederschwellige Beratungsangebote auszubauen.

Foto: Die Delegierten der AWO-Kreiskonferenz beantragen einstimmig das Löhner Wohnheim Spatzenberg für Menschen mit einer autistischen Behinderung mit dem Namenzusatz „Norbert-Wellmann-Haus“ sowie das AWO-Seniorenzentrum in Löhne-Ostscheid mit dem Namenszusatz „Gustav-Roßocha-Zentrum“ zu versehen.

Eine Herzensangelegenheit ist dem neuen Vorsitzenden wie auch der Kreiskonferenz den verstorbenen, langjährigen AWO-Akteuren ein ehrendes Andenken zu bewahren. So wurde einstimmig beim Bezirksverband beantragt, das Löhner Wohnheim Spatzenberg für Menschen mit einer autistischen Behinderung mit dem Namenzusatz „Norbert-Wellmann-Haus“ auszustatten. Rödel: „Norbert hat das Wohnheim-Projekt von Beginn an vorangebracht und sich zeitlebens dem Spatzenberg verbunden gefühlt.“

Außerdem soll das AWO-Seniorenzentrum in Löhne-Ostscheid mit dem Namenszusatz „Gustav-Roßocha-Zentrum“ versehen werden. Roßocha habe mehr als 50 Jahre in Löhne und darüber hinaus Herausragendes für die AWO geleistet. Das Seniorenzentrum wäre ohne ihn nicht so entstanden, hieß es in der Begründung.

Als Gäste waren bei der Kreiskonferenz unter anderem Bundesabgeordneter Stefan Schwartze, Landtagsabgeordnete Angela Lück, Landrat Jürgen Müller und Herfords Bürgermeister Tim Kähler.

Die Konferenz wählte neben dem Kreisvorsitzenden auch den Vorstand: Stellvertretende Vorsitzender sind Günter Lange (Kirchlengern), Günter Pieper (Löhne) und Klaus-Ulrich Pustlauk (Hiddenhausen), Beisitzer sind Regina Buschkamp, Günter Busse, Petra Butzke, Rolf Kleinedöpke und Gertrud Robbes. Als beratendes Mitglied wurde Tim Holtgrewe als Vertreter des Jugendwerkes gewählt.

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