„Absichern statt Verunsichern“: AWO will steigende Eigenanteile in der Pflege begrenzen

Der AWO-Kreisverband Herford beteiligt sich aktiv an der aktuellen Kampagne des AWO-Bundesverbandes, die steigenden Eigenanteile in der Pflege zu begrenzen. Das Kampagnenmotto lautet: „Absichern statt Verunsichern“.

Beispielsweise hatte der Kreisverband im Februar und März seine Mitglieder angeregt, eine Petition des AWO-Bundesverbandes zu unterstützen. „Mein herzlicher Dank an alle im Kreis Herford, die sich trotz des knappen Zeitfensters mit ihrer Unterschrift zu dieser wichtigen sozialpolitischen Forderung bekannt haben“, sagt Kreisgeschäftsführerin Gisela Kucknat.

Von der Geschäftsstelle aus wurden knapp 130 gesammelte Unterschriften auf den Weg gebracht. Bundesweit hat die AWO mehr als 74.000 Unterschriften für die Petition gesammelt, sodass das Thema im Juni im Petitionsausschuss des Bundestages debattiert wird.

„Daraus muss jetzt ein neues Gesetz entstehen“, betont Brigitte Döcker vom AWO-Bundesvorstand, „denn passiert das nicht, kann der Eigenanteil, den Betroffene und ihre Angehörigen für Pflege bezahlen müssen, ungebremst weiter steigen: Die Kosten in der Pflege steigen, die Leistungen der Pflegeversicherung aber sind gedeckelt. Dadurch gehen derzeit alle Kostensteigerungen zulasten der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Familien. Immer weniger Menschen können sich das leisten und sind früher oder später auf Sozialhilfe angewiesen – selbst dann, wenn sie ein Leben lang gearbeitet haben!“

Die AWO fordert darum einen gesetzlich definierten und verlässlich abgesicherten Höchstbetrag für die Eigenanteile. Steigende Kosten sollen aus Mitteln der Pflegeversicherung getragen werden.

Die Kampagne läuft bis Mitte Juni. Denn das Thema soll am 24. Juni im Petitionsausschuss des Bundestages debattiert werden. Vorher sollen die Postkarten an das Bundesgesundheitsministerium und den zuständigen Bundesminister Spahn übergeben werden.

Die AWO macht seit langer Zeit auf die Problematik aufmerksam, dass die steigenden Pflegekosten durch die Deckelung der Leistungen der Pflegeversicherung zunehmend zulasten der pflegebedürftigen Menschen und ihrer Familienangehörigen gehen. So lagen im Bundesdurchschnitt die Kosten, die Versicherte selbst für ihre stationäre Pflege übernehmen mussten, bei 1.750 Euro monatlich. Zum Vergleich: Zum Ende des Jahres 2017 lag das durchschnittliche Netto-Renteneinkommen in den alten Bundesländern bei monatlich 1.231 Euro und in den neuen Bundesländern bei monatlich 1.169 Euro.

Deshalb mobilisiert die AWO bundesweit Unterstützer und Betroffene für eine Protestaktion. Wer gegen steigende Eigenanteile protestieren will, kann sich auch im Internet daran beteiligen. Zum Beispiel kann man über die AWO-Webseite weitere Materialien erhalten und über ein Formularfeld dem Bundesverband seine Meinung und Geschichte zu schicken - oder auch einfach nur seinen Protest bekunden.

Weitere Infos: www.awo.org/eigenanteil-begrenzen

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