Dortmund/Düsseldorf, 30.01.2019

AWO-Arbeitgeber bessern nach, doch Gewerkschaft bleibt bei ablehnender Haltung

Dortmund/Düsseldorf. Die Verhandlungen um die Lohn- und Gehaltstarife für die rund 65.000 Angestellten der Arbeiterwohlfahrt in Nordrhein-Westfalen drohen festzufahren, noch ehe sie richtig Fahrt aufgenommen haben. Die Gewerkschaft ver.di lehnte das Angebot der AWO-Arbeitgeber am Dienstag ab.

Zu Beginn hatte die AWO NRW, die ein Plus von sieben Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten anbietet, zusätzlich eine Anhebung der Höchsturlaubsgrenze auf 35 Tage sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um hundert Euro in Aussicht gestellt. Ver.di lehnte erneut ab und hielt strikt an der Forderung fest, die Löhne und Gehälter um zehn Prozent bei einer Laufzeit von nur 13 Monaten anzuheben. Dafür sieht wiederum die Arbeiterwohlfahrt keinen Spielraum wegen ausbleibender Refinanzierung durch die öffentliche Hand bzw. die Sozialversicherungsträger.

Die gestrige zweite Verhandlungsrunde war von räumlich begrenzten Warnstreiks flankiert, die die pädagogische, pflegerische und soziale Arbeit der AWO glücklicherweise nicht beeinträchtigten. Nur in einigen wenigen Regionen kam es vermehrt zu Schließungen von OGS und Kitas. Im AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe etwa haben sich nur vereinzelt Beschäftigte in AWO-Kitas an den Warnstreiks beteiligt. In wenigen Kitas gab es Notgruppen aufgrund schwacher Personalbesetzung; ledigich zwei von 118 Einrichtungen mussten komplett geschlossen werden. Alle Eltern, die von Schließungen betroffen waren, konnten vorab informiert und die Kinder in Notgruppen vermittelt werden.

Im Bezirksverband Westliches Westfalen hat es in keinem der rund 60 Seniorenzentren eine Notdienstvereinbarung gegeben. In den Zentren haben nur vereinzelt Mitarbeitende gestreikt. Die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner wurde nicht beeinträchtigt. Gleiches gilt für die 25 Seniorenzentren im Bezirksverband Mittelrhein.

Die Tarifverhandlungen werden am 12. Februar in Düsseldorf fortgesetzt. Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO NRW, setzt trotz der schwierigen Ausgangslage auf Vernunft: „Wir haben leider wegen der fehlenden Refinanzierung nur einen engen Spielraum für weitergehende Schritte. Wir können nur weiter darauf setzen, dass ver.di den Bogen nicht überspannt und falsche Erwartungen bei den Beschäftigten weckt.“

Weitere Informationen:
Katrin Mormann
Pressesprecherin AWO NRW
Kronenstraße 63 - 69
44139 Dortmund
Tel. 0231 54 83 234
Mobil 01520 / 7593106
katrin.mormann@awo-ww.de

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