Qualifizierung für Tagesmütter und Tagesväter

Foto: Die Tagesmütter und Tagesväter nach der Zertifikatsübergabe beim gemeinsamen Gruppenfoto vor dem Kreishaus

51 Tagesmütter und Tagesväter absolvieren Anschlussqualifizierung nach neuem Qualifizierungsstandard in Kindertagespflege / Feierliche Zertifikatsübergabe im Kreishaus

„Das ist der Aufbruch zu einem neuen Qualifikationsstandard“, sagte Kreisjugendamtsleiter Burkhard Michler bei der erstmaligen Verleihung der Zertifikate für die Qualifizierung nach dem neuen Qualifizierungshandbuch (QHB) für die Kindertagespflege im Kreishaus.

Insgesamt absolvierten 51 Tagesmütter und Tagesväter aus vier Kursen die Anschlussqualifizierung nach dem neuen Konzept, davon 41 aus dem Kreis Herford. Die Grundausbildung vor Beginn der Tätigkeit schlossen 6 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich ab, 3 davon aus dem Kreis Herford. Die Kurse wurden vom AWO Familienbildungswerk sowie awo lifebalance durchgeführt. Das AWO Familienbildungswerk bietet auch in Zukunft Kurse dieser Art im Kreis Herford an.

Das neue Qualifizierungskonzept soll unter anderem die Kindertagespflege als Betreuungsform aufwerten. „Der Bedarf an Tagespflege ist enorm gestiegen“, sagte Burkhard Michler. Kein Wunder, denn sie sei familiennah, flexibel und zuverlässig.

Am Anfang gab es große Bedenken, hinsichtlich der jetzt notwendigen längeren Qualifizierung auf Ablehnung bei den Tagesmüttern und Tagesvätern zu stoßen, berichtet er weiter. Doch die beachtliche Anzahl der bisherigen Absolventinnen und Absolventen zeigt, dass viele den neuen Weg mitgehen. Michler drückte den Anwesenden seinen Dank für ihren Einsatz aus: „Wir sind froh, dass Sie uns da gefolgt sind. Zusätzlich zum Tagesgeschäft die Fortbildung zu meistern, ist eine echte Leistung. Hut ab dafür.“

Auch Uta Missal vom AWO Familienbildungswerk lobte die gute Zusammenarbeit nach dem anfänglichen Unmut bei Einigen über die zusätzliche Belastung nach Feierabend oder am Wochenende: „Wir sind gut miteinander ins Gespräch gekommen. Sie haben die Reise ins Kompetenzgebirge aktiv mitgestaltet, bekannte Themen vertieft und Neues entdeckt.“

Beispielsweise spielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Konfliktsituationen mit Handpuppen nach, sprachen über ernste Themen wie Trauerbewältigung und hatten viel Spaß dabei, Situationen nur mit Gestik und Mimik zu bewältigen. So wurden sie für kurze Zeit in die Rolle ihrer Schützlinge versetzt, die oft noch nicht in der Lage sind, sich verbal mitzuteilen. Ein besseres Einfühlen in die Kinder und Eltern durch solche Rollenspiele, der kollegiale Austausch untereinander sowie die alltäglichen Aufgaben und Situationen bewusster wahrzunehmen und zu reflektieren waren Gründe, weshalb viele die Fortbildung auch nach oft langjähriger Berufserfahrung als bereichernd empfanden.

Nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren müssen alle, die in der Tagespflege arbeiten möchten, die Qualifizierung nach dem neuen Standard vorweisen können. Der Kreis Herford engagiert sich hier vorbildlich und unterstützt die erforderlichen Weiterbildungsaktivitäten der Tagespflegepersonen auch finanziell.

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