Sitztanzgymnastik - mehr als Therapie gegen Herbstblues

Foto: Tanzgymnastik im Sitzen, Helga Klode (Bildmitte), zeigt die Choreographie der Bewegungen zur Musik und alle machen mit

Musikalisch – sportlich beginnt die Woche im AWO Stadtteilzentrum an der Kastanienallee - mit „Tanzgymnastik im Sitzen“. Nicht jeder kann sich darunter etwas vorstellen. Für den wachsenden Kreis von 12 – 15 Seniorinnen und Senioren, der sich regelmäßig montags morgens zwischen 10:00 und 12:00 Uhr im Begegnungszentrum trifft, ist das inzwischen ein unverzichtbares und begeisterndes Fitnessprogramm.

Irmgard Gogolin und Helga Klode zeigen gezielt ausgesuchte Bewegungsübungen und nutzen für die Choreografie ein breites Repertoire an Melodien, von Polka über Samba bis Pop. „Unsere älteste Tänzerin ist 94 Jahre, sie ist immer dabei und macht mit, so gut es eben geht. Das ist das Ziel!“ erklärt Helga Klode bewundernd. Es sei aber auch erstaunlich, zu welchen sportlichen Leistungen Musik beflügeln könne.

Gezielte Bewegung mit Musik, trainiert im Alter das Gleichgewicht, die Koordination und fördert die Beweglichkeit. Wer sich bewegt, unterstützt sein Herz-Kreislaufsystem, der Blutdruck bleibt stabil und das Immunsystem wird gestärkt. „Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BZgA,, oder das Kuratorium Deutsche Altenhilfe , KDA, geben zahlreiche Informationen und Tipps dazu“, weiß Elke Eisenburger, Leiterin des AWO Stadtteilzentrums.

Irmgard Gogolin und Helga Klode bieten wegen der großen Nachfrage ihr musikalisches Fitnessprogramm inzwischen donnerstags Vormittag zusätzlich an. Neben dem musikalischen Gemeinschaftserleben kommt in einer wohlverdienten Pause auch das soziale Miteinander nicht zu kurz. „Ein richtig gutes Kompaktprogramm für Senioren!“ beschreibt Irmgard Gogolin ihre Arbeit. Körperliche Bewegung fördere auch geistige Beweglichkeit. Die begleitende Musik sorge für weitere Aktivierung in Gehirn, Körper und Seele. Zudem sei das Sturzrisiko deutlich reduziert, wenn Muskelkraft und Beweglichkeit gestärkt und Gleichgewichtssinn trainiert sei. „Wer im Alter aktiv und mobil ist, dem fällt es leichter, mit anderen in Kontakt zu bleiben!“ weiß die Kursleiterin.

„Neuere Forschung gibt sogar Hinweise darauf, dass ein aktiver Alltag dazu beitragen kann, Demenzerkrankungen vorzubeugen“, berichtet Elke Eisenburger aus Studien. „Zudem haben nicht nur Senioren in den dunklen Herbsttagen mit Depressionen zu kämpfen. Sich regelmäßig zu bewegen und in Gemeinschaft ein Miteinander zu erleben, fördert nicht nur eine positive Körperwahrnehmung und Selbstvertrauen, sondern steigert auch Lebenslust und damit Lebensqualität. „Wenn die Gehhilfe nach der Tanzgymnastik im Begegnungszentrum zurückbleibt oder wenn, mit einer fröhlichen Melodie im Ohr, der Rollator schwungvoll nach Hause geschoben wird, dann weiß ich, an diesem Vormittag haben wir als Senioren alles richtig gemacht für uns!“ freut sich Helga Klode.

Foto unten: Inge Bomheuer und Sigrid Karsten kennen die Choreografie und sind schwungvoll dabei

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