AWO-Pflegekinderdienst

Flexible Pflegefamilien gesucht: Überforderung oder Krankheit der Eltern, Vernachlässigung oder Misshandlung: Diese und andere Gründe können dafür sprechen, dass ein Kind - zumindest zeitweise - nicht in seiner leiblichen Familie leben kann.

In solchen Fällen ist oft schnelle Hilfe von jetzt auf gleich nötig. "Manchmal müssen wir ein Kind binnen weniger Stunden in einer Pflegefamilie unterbringen", berichtet Bärbel Bremann, die den Pflegekinderdienst der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Herford leitet. Sogenannte Bereitschaftspflegefamilien übernehmen dann für einen begrenzten Zeitraum die Betreuung und Erziehung, bis für das betreffende Kind oder den betreffenden Jugendlichen eine verlässliche Zukunftsperspektive geklärt ist. Um spontan auf akute Notsituationen reagieren zu können, braucht der Pflegekinderdienst einen gewissen Pool an unterschiedlichen Familien, die bereit sind, kurzfristig einzuspringen und ein Kind bei sich aufzunehmen.

"Das Spektrum der Fälle ist groß. Vom Säugling bis zum fast erwachsenen Jugendlichen", erläutert Bremann. Auch die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge sei nach wie vor ein Thema, berichtet die Diplom-Sozialpädagogin. Deshalb sei die AWO ständig auf der Suche nach Familien, die sich vorstellen können, ein fremdes Kind in ihrer Mitte aufzunehmen und eine Zeit lang im täglichen Leben zu begleiten.

Spezielle Kenntnisse seien dafür nicht vonnöten, sagt Bremann. Viel wichtiger sei es, dass die Pflegefamilien offen seien für die Nöte und Erfahrungen der Kinder und bereit, sowohl mit den leiblichen Eltern als auch mit dem Pflegekinderdienst und dem Jugendamt zu kooperieren. "Die eigenen Kinder der Pflegefamilie sollten schon eine gewisse Selbständigkeit haben und älter als sechs Jahre sein", erläutert sie. "Bestenfalls ist das Pflegekind das jüngste Kind innerhalb einer Familie." Auch kinderlose Paare können sich als Bereitschaftspflegefamilie bewerben. "Der eigene Kinderwunsch sollte dafür jedoch nicht die Motivation sein", betont die Pädagogin und weist darauf hin, dass die Betreuung eines Pflegekindes "anstrengende Arbeit" sein könne.

Die Pflegeeltern erhielten jedoch zahlreiche Hilfestellungen vom Team des Pflegekinderdienstes und vom Jugendamt. "Regelmäßige Fortbildungen und Treffen mit Gelegenheit zu Austausch und Reflektion sind ein fester Bestandteil unserer Arbeit", berichtet Bremann, die das fünfköpfige AWO-Team leitet.

Wer Interesse hat, einen jungen Menschen dauerhaft oder kurzfristig bei sich aufzunehmen, kann über die Möglichkeiten dazu beim Informationsabend des AWO-Pflegekinderdienstes am Donnerstag, 24. November, um 19.30 Uhr mehr erfahren. Die Veranstaltung ist im AWO Begegnungszentrum Hiddenhausen-Oetinghausen an der Eilshauser Straße 32.

Weitere Infos gibt"s auch telefonisch 0 52 21 / 276 99 70 sowie im Internet unter www.awo-pflegekinderdienst.de

Foto: Bärbel Bremann leitet den Pflegekinderdienst der Arbeiterwohlfahrt, der seit 2009 im Auftrag des Kreisjugendamtes Herford tätig ist. Zurzeit werden vor allem Bereitschaftspflegefamilien gesucht.



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